Roy Fox Lichtenstein, geboren am 27. Oktober 1923, gestorben am 29. September 1997 war Lehrer und Maler. Verschrieben hatte er sich dem Pop-Art Stil und war neben Andy Warhol der wohl bekannteste Vertreter in dieser Kunstrichtung. Sein Stil war der industriell gedruckte Comic. Besonders in den 1980er Jahren entstanden Werke, die dann aber die Comic-Art verlassen hatten. In der letzten Phase seines Schaffens kehrte Lichtenstein vielmehr wieder zu seinen expressionistischen und surrealen Wurzeln zurück. Kurz vor seinem Tod, 1995, wurde er für seine Werke mit dem Kyoto-Preis bedacht, der höchsten Auszeichnung, die es für Verdienste um Wissenschaft und Kultur gibt. In künstlerischen Kreisen gilt der Kyoto-Preis bekanntlich als gleichzustellen mit dem Nobelpreis.
Die Werke von Roy Lichtenstein sind sehr unterschiedlich, obwohl er bereits Mitte der 1960er Jahre begann den Comicstil umzusetzen in seine Werke. Doch noch 1964/1965 galt sein Interesse vor allem auch Gemälden und Keramikskulpturen von Frauenköpfen. Aber auch Landschaften gehörten damals zu seinen Motiven. Allgemein kann über die 1960er Jahre gesagt werden, dass Roy Lichtenstein sehr experimentierfreudig war. So setzte er zum Beispiel in seinem Werk Explosion No. 1 aus dem Jahr 1965 auch seine Kreativität mit lackiertem Metall um. Ende der 1960er Jahre widmete sich Lichtenstein dann der Monumentalarchitektur, machte Pinselstrich-Serien und nahm in seinen Gemälden immer wieder Bezug auf die 1930er Jahre. Typisch waren auch die Sprechblasen und die Punktraster, die eben an Cartoons und Comics erinnern und was die Werke von Roy Lichtenstein auch in allen Generationen interessant macht.
Nennenswerte Werke Lichtensteins
Soll man Werke von Lichtenstein nennen, dann fallen dem Kenner seiner Kunst vor allem die Werke aus den 1960er Jahre ein, wie “Blam” (1962), “Femme dans un Fauteuil”, “Woman with flowered hat”, “In the Car” (alle aus 1963), “POP”, “New Seascape” (beide aus dem Jahr 1966) und ” Cathedral #5″, ” Modular Painting with four Panels, #2″ (beide Werke aus 1969). Mit dem Werk “Look Mickey” aus 1961 wollte Lichtenstein provozieren. Und natürlich das wohl herausragendste Werk aus den 1960er Jahren “Whaam!” (entstanden 1963). Aus den wilden 1970er Jahren indes stammen die Werke Lichtensteins mit den Namen “Peace through chemistry”, “Mirror#1″, “The Atom” und ” Still Life with peeled lemon” sowie ” Still Life with goldfish (and painting of Golf Ball)”. Allein die Titel verraten bereits, dass Lichtenstein sich auch mit den aktuellen – die Menschen bewegenden Themen – befasste.
Die Stiltechnik Lichtensteins
Auffallend bei den Werken von Roy Lichtenstein ist, dass er immer wieder – auch in seinen abstrakten Werken (auch in den Comicversionen der Bilder von Pablo Picasso und vielen anderen Künstler der Zeit) – mit starken schwarzen Linien arbeitete und mit ausgefüllten und punktierten Flächen. Typische Beispiele sind hier “Study for Preparedness” und auch das aus vier Tafeln bestehende “Modular Painting with four Panels No. 2″. Klare Farben und ohne flächige Elemente bzw. Einrahmungen dominieren indes bei Lichtensteins Werken, bei denen er gegenständliche Eindrücke wie Landschaften darstellte. Typische Beispiele hierfür finden sich in den 1980er Jahren mit “Red Barn through the Trees” (1984), “Sunrise” (1984) oder “Landscape with Red Roof” (1985)
Auch mit dem Thema Film befasste sich der Künstler. Anfang 1969 arbeitete Lichtenstein an einem Film über Seelandschaften.